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Gerinnungsforum Heft 4 / 2011


Hattersheim — 06.01.2012

Das Gerinnungsforum Heft 4 / 2011 ist dem Thema DIC gewidmet.

Im Fallbeispiel wird eine 60-jährige Frau vorgestellt, die mit der Verdachtsdiagnose Bridenileus mit beginnender Sepsis notfallmäßig aufgenommen und laparotomiert wurde. Die Patientin entwickelte intraoperativ trotz massiver Volumensubstitution (6 Liter Kristalloide plus 1 Liter Kolloide) einen katecholaminpflichtigen Kreislaufschock und postoperativ eine latente DIC mit einem DIC-Score-Wert von 3. Da die AT-Spiegel dabei nicht unter 60% fielen, wurde auf eine Antithrombin-Substitution verzichtet. Die intra- und postoperative Blutungsneigung konnte durch Gabe von insgesamt 5 EKs und 16 FFP beherrscht werden. Unter der perioperativen kalkulierten Antibiose besserte sich die Patientin komplett; parallel dazu normalisierten sich die Gerinnungsparameter und der DIC-Score-Wert.

In der Vertiefung zum aktuellen Fall wird die Pathophysiologie der DIC, die auslösenden Grundkrankheiten, die Stadien und ein DIC-Verlaufs-Score vorgestellt.

Im Expertenforum werden die Grundzüger der Diagnostik und Therapie der DIC zusammengefasst. Da es keinen Einzelparameter gibt, der eine DIC zweifelsfrei belegt oder ausschließt, wird oft auf Score-Systeme zurückgegriffen, wobei zwischen klinisch manifester („overt“-) und latenter (non-overt“-) DIC unterschieden werden kann. Therapeutisch steht die Bekämpfung der auslösenden Grunderkrankung im Vordergrund; gerinnungsspezifisch ist entscheidend, ob eine Blutungsneigung oder eine Thromboseneigung vorliegt. Bei Blutungen sollten initial 15 – 30 ml FFP / kg KG (bzw. PPSB bzw. Fibrinogen bei Hypervolämie) verabreicht werden. Bei Thromboseneigung wird die Gabe von Heparin (UFH) und Antithrombin empfohlen, wobei Heparin nur bei ausreichend hohen AT-Spiegeln wirksam ist.

Durch Beantwortung der CME-Fragen sind wieder bis zu 3 Punkte zu erreichen.