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Hepatitis-Prophylaxe

Hepatitis A 

Die prä- und postexpositionelle Prophylaxe der Hepatitis A ist ein bedeutendes Einsatzgebiet von Beriglobin®. Durch dessen standardisierten Antikörpergehalt wird innerhalb weniger Stunden in etwa 95 Prozent der Fälle ein zuverlässiger Schutz aufgebaut. Die Schutzwirkung hält je nach Dosierung bis zu drei Monaten an. Bei anhaltender Exposition ist eine Wiederholung der Injektion notwendig. Auch nach Einführung der aktiven Immunisierung gegen Hepatitis A bleibt Beriglobin® als Immunglobulin in folgenden Situationen das Mittel der Wahl zum Schutz vor einer möglichen Infektion:

  • Weniger als 14 Tage bis zum Reisebeginn*
  • Schneller Schutz bei Kontakt mit Infizierten*
  • Kontraindikation gegen die aktive Immunisierung bedingt impffähiger Patienten:
    Immunsupprimierte, Schwangere, Patienten mit akuten Infekten

 * nach WHO-Broschüre „Travel and Health“ 2000.

Die Indikation zur postexpositionellen Hepatitis-A-Prophylaxe (nach einem möglichen Kontakt mit Hepatitis A-Viren) besteht bei allen ungeschützten Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten. Dabei ist zu beachten, dass die Gabe von Beriglobin® innerhalb von 14 Tagen nach Exposition erfolgen sollte, um einem möglichen Ausbruch beim Patienten vorzubeugen. Sie sollte möglichst gleichzeitig mit einer Hep. A-Impfung erfolgen.

Um einen ausreichenden Minimalschutz gegen Hepatitis A zu erreichen, ist die zugelassene Dosierung von Beriglobin 0,17 ml/kg Körpergewicht. Die Publikation von Zaaijer von 1993, auf der diese Dosierung beruht, gibt für einen gewünschten Schutz von lediglich 1 Monat die Minimaldosierung von 0,02 ml/kg KG an. Die Dosis von 0,17 ml/kg KG gewährt nach dieser Publikation für 3 Monate Schutz.


Hepatitis B 

Die Hepatitis B wird durch ein behülltes DNA-Virus aus der Hepadna-Gruppe hervorgerufen. Die Erkrankung ist mit einer meist schweren Leberentzündung verbunden, die im Gegensatz zur Hepatitis C nur zu einem kleineren Prozentsatz chronisch wird. In Deutschland haben etwa fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen Antikörper gegen HBV, ca. 0,5 bis 1 Prozent sind chronische Virusträger. Das Virus kann auf verschiedene Weise übertragen werden, z. B. sexuell oder bei intravenösem Drogenkonsum. 

Bei mehr als 90 Prozent der Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter erfolgt eine vertikale HBV-Infektion während der Geburt, meist kommt es dabei beim Kind zu chronisch verlaufenden Infekten mit dem Endstadium Leberzirrhose oder Leberkrebs. Wegen der besonderen gesundheitlichen Bedeutung der HBV-Infektion ist in Deutschland seit Jahren die Impfung aller Neugeborenen, Kinder und Jugendlichen etabliert, d. h. fester Bestandteil der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Um das Risiko der vertikalen Infektion bei Neugeborenen von HbsAg-positiven Müttern zu minimieren, wird außerdem empfohlen, bei allen Schwangeren nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nahe am Geburtstermin, eine Bestimmung auf HBsAg durchzuführen. Ist die Mutter HBsAg-positiv, dann sollte bei den Neugeborenen unmittelbar post partum, d. h. innerhalb von zwölf Stunden, mit der Simultan-Immunisierung begonnen werden; die Kinder erhalten dann nicht nur die erste Dosis des Impfstoffs, sondern simultan auch Hepatitis-B-Immunglobulin. 

Ist der HBsAg-Status der Mutter bei der Geburt des Kindes unbekannt und eine serologische Kontrolle nicht möglich, sollte mit der Grundimmunisierung mit HB-Impfstoff begonnen werden. Bei nachträglicher Feststellung einer HBsAg-Positivität der Mutter kann beim Neugeborenen innerhalb von sieben Tagen postnatal die passive Immunisierung nachgeholt werden.

Empfehlungen zur Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen

  • Aktive HBV-Immunisierung (Impfung) bei allen Neugeborenen
  • Bei allen Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter zusätzliche simultane Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin (passive Immunisierung) innerhalb von zwölf Stunden nach der Geburt (200 I.E. i.m).

Hinweise:

  • Eine Bestimmung des HBsAg-Status aller Schwangeren möglichst nahe am Geburtstermin ist gemäß Mutterschaftsrichtlinien angezeigt
  • Bei späterem HBsAg-Nachweis bei der Mutter kann die passive Immunisierung des Neugeborenen innerhalb von sieben Tagen postpartal nachgeholt werden. Ohne Immunschutz kann eine Infektion auch über die Muttermilch erfolgen.

In den Leitlinien der Bundesärztekammer wird die Gabe der i.m.-Immunglobuline empfohlen.